Donnerstag, 10. Januar 2008

Wald-Leben 2




20.12.2007

Ein neuer Versuch in der Wildnis zu leben. Diesmal mußten wir zu verschiedenen Zeiten anreisen, denn nicht jeder hatte die Zeit zur Verfügung so wie er es wollte.

Leben nur mit dem Messer - zu dieser Jahreszeit eine echte Herausforderung.
Maria kam schon am Mittwoch abend, baute sich eine Laubhütte und versorgte sich mit Lebensmitteln in der näheren Nachbarschaft : Komposthaufen, letzte Äpfel an den Bäumen......

Ich kam Donnerstag morgens dazu. Wie kommt es, ich stehe total unter Strom, bin hektisch und voller Tatendrang. Maria ist schon runtergefahren und im "Energiespar-Modus". Diesen Zustand werde ich erst am nächsten Tag erreichen.

Es ist sonnig, aber bitter kalt. Ich fange an meine Laubhütte zu bauen. Sehr eng, damit der Luftraum von meiner Körperwärme schnell aufgeheizt werden kann. Die Laubschicht wurde 90cm dick und die Hütte ist propper gefüllt mit Blättern.

Es kommt der erste Abend. Noch sitzen wir am Feuer und wärmen uns bei Tee.
Die Nacht ist sternenklar, der Mond fast schon voll es ist hell und friedlich an diesem Abend.

Ich lege mich nur mit Jeans und Jacke in die Hütte und bin entsetzt darüber, dass die Blätter sich sofort zusammendrücken und ich nur noch auf einer Lage von 5cm liege.
Zu Beginn ist es warm, dann beginnt der Frost an den Blättern zu tauen, ich werde naß und nach 2 Stunden muß ich aufstehen und mir meinen Schlafsack holen, damit ich nicht mehr friere und endlich ein paar Stunden schlafen kann.

Es waren 12C minus in der Nacht und leicht gerädert sitze ich morgens am Lagerfeuer.
Überhaupt nicht mehr aufgedreht, sondern total ruhig und im Energiespar-Modus.

Die Hütte wird über Tag mit einer weiteren Schicht von 90cm Laub beschüttet. Innen noch drei mal gefüllt und plattgelegen.

Die zweite Nacht wird nicht wesentlich besser, da die Temperaturen auf -18C sinken.

Zum Überleben würde diese Hütte reichen, - gemütlich ist was anderes.

Am Freitag stößt Joachim mit seinem Jungen zu uns.
Jetzt sind wir vollständig.

Trommeln, Singen, Erden, Sprechen......
Sich wieder einklinken in den Kreislauf der Natur, den Rückzug der Erde fühlen und selber wieder zu sich selber kommen.
Kraftvoll bei sich einkehren, Gedanken entwickeln, in dem Rückzug liegt die Sprungfeder für das ganze nächste Jahr.

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